Republikanisch sind doch auch die flämischen Rechtsextremisten, oder?

Dieses Argument ist absurd. Die Tatsache, dass Hitler ein schnurrbärtiger Vegetarier war, macht nicht aus allen Schnurrbärtigen und Vegetariern Nazis. Die Republik ist und bleibt ein demokratisches Ideal, auch wenn die Rechtsextremisten sie gelegentlich zu ihren demagogischen Zwecken missbrauchen. Aber auch das muss man relativieren.

Erstens haben die flämischen Rechtsextremisten im März 2001 ein Gesetzentwurf eingereicht, der dem niederländischen Königshaus den Zugang zum belgischen Thron, der ihm seit 1830 verwehrt bleibt, ermöglichen soll. Die flämischen Rechtsextremen sind also nicht gegen die Monarchie (wenn sie nur niederländisch ist), sondern gegen die Sachsen-Coburgs, die Belgien symbolisieren.

Außerdem stellt die Monarchie durch das antipolitische Gift, das sie verbreitet, eine grundsätzliche Gefahr für unsere Demokratie dar. Sie gewöhnt den Bürger an die Vaterfigur eines nicht gewählten Staatsoberhaupts und unterhöhlt die Rolle gewählter Politiker. Das Bild vom sauberen, heiligen König, der über eine korrupte politische Klasse erhaben ist, ist in Belgien gang und gäbe. Es wird verstärkt durch die konstitutionelle Position des Königs, der seinen Einfluss hinter den Kulissen ausüben kann, ohne dafür die politische Verantwortung zu übernehmen.

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